Friedhofskultur Baden

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Stadt Weinheim wird für vorbildliches und innovatives Friedhofsmanagement ausgezeichnet

Nach Karlsruhe und Mannheim ist die Stadt der dritte Preisträger des Innovationspreises Friedhofskultur

Innovationspreis2Weinheim, 10. Juli 2013. Der Verein zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur in Baden hat die Stadt Weinheim mit dem Innovationspreis Friedhofskultur 2013 ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt der Verein innovatives und nachhaltiges Engagement von kommunalen Friedhofsträgern in der badischen Region, welches entscheidend zur Erhaltung und Weiterentwicklung der traditionellen Friedhofs- und Bestattungskultur beiträgt. Die Auszeichnung, die seit 2010 alljährlich verliehen wird, ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro dotiert.

Die Stadt Weinheim erhält die friedhofskulturelle Auszeichnung für ihr nachhaltiges und bürgernahes Service- und Dienstleistungskonzept sowie für die Schaffung von zukunftsfähigen Bestattungsangeboten auf ihren Friedhöfen. Hervorzuheben sind dabei vor allem die gärtnergepflegten Grabfelder, die in den letzten Jahren in Kooperation mit den örtlichen Friedhofsgärtnern auf allen Weinheimer Friedhöfen errichtet wurden. In diesen anspruchsvoll gestalteten Anlagen, die sich deutlich von den traditionellen Grabreihen absetzen, werden unterschiedliche Grabarten inklusive der langfristigen Grabpflege angeboten. Die Angehörigen erhalten somit einen persönlichen Ort für ihre Trauer und müssen sich nicht um die Pflege des Grabes kümmern. Mittlerweile haben sich diese gärtnergepflegten Grabfelder als Alternative zu namenlosen Gräbern oder Bestattungsarten abseits des Friedhofs durchgesetzt. Das zeigt auch die große Nachfrage von Menschen, die nicht in Weinheim wohnen, sich aber auf einem der städtischen Friedhöfe beisetzen lassen möchten.

Aber auch das kürzlich errichtete Sternchenfeld auf dem Hauptfriedhof ist neben den gärtnergepflegten Grabfeldern ein wichtiger Baustein im städtischen Friedhofswesen. In diesem besonderen Feld erhalten Eltern von früh-, fehl- oder totgeborenen Kindern, die nach dem Gesetz nicht bestattungspflichtig sind, einen Ort für die würdevolle Beisetzung ihrer Kleinsten. Darüber hinaus hat die städtische Friedhofsverwaltung auf dem Hauptfriedhof ein speziell für Bestattungen nach muslimischen Ritus ausgelegten Bereich geschaffen, um den religiösen Vorgaben des Islam für die Gestaltung und Ausrichtung der Bestattungsplätze im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung gerecht zu werden. Dort sind beispielsweise die Grabstätten nach Mekka ausgerichtet.

„Weinheim ist im Bereich Friedhofskultur äußerst engagiert und kreativ. Insbesondere werden immer neue Bestattungsformen angeboten, die sich stets nach den individuellen Bedürfnissen der Trauerfamilien richten. Ich möchte den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und insbesondere der Friedhofsverwaltung für ihr Engagement, ihre Ideen und ihr großes Verständnis für die Wünsche der Angehörigen danken", sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Dr. h.c. Karl A. Lamers, der den Preis im Auftrag des Vereins zur Pflege der Friedhofs- und Bestattungskultur in Baden an Oberbürgermeister Heiner Bernhard sowie den Leiter der Friedhofsverwaltung, Michael Müller, überreichte. Zuvor betonte der Vorsitzende des Vereins, Matthias Kocher, dass die Stadt Weinheim mit ihrem vorbildlichen Friedhofsmanagement und den umfangreichen Bestattungsangeboten in besonderem Maße zur Erhaltung der Friedhöfe in der Region beitrage. „Weinheim ist ein gutes Beispiel dafür, wie man traditionsreiche Friedhofskultur mit den modernen Ansprüchen der heutigen Gesellschaft verknüpft."

„Wie der Tod zum Leben gehört", so Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard, „gehört auch ein würdevoller und von der Bürgerschaft geachteter Friedhof zum Leben und zur Lebensqualität in unserer Stadt". Die Weinheimer Friedhöfe seien Orte des Gedenkens und des tiefen Empfindens von menschlicher Nähe – auch über den Tod hinaus. Der OB: „Dass Angehörige trotz ihrer Trauer mit einem guten Gefühl hier herkommen können, ist uns wichtig. Es macht ein Stück Heimat aus."

Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro soll nun für weitere Projekte im städtischen Friedhofsbereich eingesetzt werden. Die Friedhofsverwaltung will damit vor allem die bürgerfreundliche Gestaltung der Friedhöfe vorantreiben und effizienter umsetzen.

Die Stadt Weinheim wurde aus über 50 badischen Kommunen ausgewählt und von einer unabhängigen Kommission, die sich aus Vertretern des Friedhofswesens zusammensetzt, als Preisträger vorgeschlagen. Die Auszeichnung wurde erstmalig im Jahr 2010 an das Friedhofs- und Bestattungsamt der Stadt Karlsruhe verliehen; im vergangenen Jahr ging der Preis an die Friedhöfe Mannheim.

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